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Leben und Werk

Fabrizio Plessi © Michael Dannenmann

Für Fabrizio Plessi (*1940), einem der international renommiertesten Pioniere der Videokunst, bedeutet Kunst immer Bewegung. Seit Ende der 1960er Jahre ist das Element Wasser Hauptthema seiner Kunst. »Wasser, insbesondere das Meer, öffnet unsere Gedanken.« Das fließende Naturelement ist für ihn Sinnbild der Zeitlichkeit, des Lebensfluss und Metapher für Erinnerung. In unverwechselbarer Handschrift und stetiger Neuauslotung modernster, zeitbasierter Technologie macht Fabrizio Plessi in dem Medium Video die Kraft der Natur unmittelbar erfahrbar.

Schon in den Anfängen seiner künstlerischen Arbeit begann Plessi das Wasser zum zentralen Thema seiner Kunst zu entwickeln. Seine Faszination für dieses Urelement – basierend auf der allgegenwärtigen Präsenz des Wassers in seiner Wahlheimat Venedig – war bereits in seinen zahlreichen Aktionen zur damals hoch aktuellen Aktions- und Konzeptkunst der 1960er und 1970er Jahre Quelle der Inspiration. Fotografien dokumentieren seine Aktionen. Etwa wie Plessi in Paris mit einem großen Nagel ein Loch in die Seine zu schlagen versuchte (Un Buco N’ell Acqua, Azione 1973) oder den Stichter See bei Neunkirchen in zwei gleiche Teile zersägte (Segare il Lago Stichter in due parti uguali, Azione 1975). Absurde Handlungen, in denen das Wasser weniger als Naturelement sondern vielmehr als vollwertiges Gestaltungselement behandelt wird für die Umsetzung seiner einfallsreichen Ideen.

1974 entstehen seine ersten Videotapes und das Medium Video wird zum zentralen Medium seiner Kunst. In den 80er Jahren kommen raumgreifende Videoinstallationen hinzu in denen er Naturmaterialien wie Holz, Erde, Eisen oder Marmor, wie in der monumentalen Videoinstallation »Roma«, mit modernster Technologie zu einer für seine Werke charakteristischen, spannungsvollen Gesamtheit verbindet. Mit der Präsentation dieser Videoinstallation im Jahre 1987 auf der Documenta 8 erlangte Plessi, der 1970 erstmals auf der Biennale von Venedig ausgestellt hatte, endgültig internationales Ansehen. Mehr als 120 Videoskulpturen und raumgreifende Videoinstallationen zum Thema Wasser hat Plessi weltweit realisiert. Später thematisiert er auch immer wieder das Element Feuer.
Im Zuge der raschen Entwicklung technischer Neuerungen wandelte sich in den vergangenen Jahren seine Formensprache. Statt der ursprünglichen Kombination skulpturaler Elemente mit dem elektronischen Medium reduziert Plessi seine jüngeren Videoinstallationen auf die einfache Form des Bildträgers, dem Bildschirm. Seit 2015 beeindrucken seine Videoinstallation durch diese minimalistische Inszenierung.

Plessis Werke wurden weltweit in bedeutenden Museen gezeigt: u.a. Guggenheim Museum SoHo (New York), Centre Georges Pompidou (Paris), Fondazione Peggy Guggenheim (Venedig), Folkwang Museum (Essen), Museo Guggenheim (Bilbao), Fundació Joan Miró (Barcelona), Museum Ludwig (Köln), Fondazione Mudima (Mailand), Kunsthalle Recklinghausen, Fondaco dei Tedeschi (Venedig). Ausserdem hat Fabrizio Plessi Bühnenentwürfe etwa zu den Opern The Fall of Icarus (1989) und Ex machina (1994), zu einem Konzert von Luciano Pavarotti im New Yorker Central Park und Mauro Bigonzettis Ballett Romeo und Julia gestaltet.

Fabrizio Plessi lebt und arbeitet in Venedig.

Biografie

1940 geboren in Reggio Emilia, IT
1990 – 1900 Lehrstuhl für Humanisierung der Technologien an der Kunsthochschule für Medien, Köln, DE
Studium an der Akademie für Schöne Künste in Venedig, IT, an der er später einen Lehrstuhl für Malerei innehielt
lebt und arbeitet in Venedig, IT, und auf Mallorca, ES

Werke (Auswahl)

Fabrizio Plessi, Digital Wall (Acqua 6), 2018
Fabrizio Plessi, Digital Wall (Acqua 6), 2018
Fabrizio Plessi, Digital Wall, 2016
Fabrizio Plessi, Digital Wall, 2016
Fabrizio Plessi, Segare il Lago Stichter in due parti uguali (Stichter See in zwei gleiche Teile sägen), Aktion, 1975
Fabrizio Plessi, Segare il Lago Stichter in due parti uguali (Stichter See in zwei gleiche Teile sägen), Aktion, 1975
Fabrizio Plessi, Analogy Experimental Intervention / Water Works Series 1, 1974
Fabrizio Plessi, Analogy Experimental Intervention / Water Works Series 1, 1974
Fabrizio Plessi, Experimental Analogy / Water Works Series, 1974
Fabrizio Plessi, Un Buco Nell' Acqua (Ein Loch im Wasser), Aktion, 1973
Fabrizio Plessi, 100 Pezzi D'Acqua (100 Teile Wasser), Aktion, 1973
Fabrizio Plessi, Gabbie D'Acqua, 1972
Fabrizio Plessi, Gabbie D'Acqua, 1972

Videos

2018: Fabrizio Plessi at TEFAF MAASTRICHT

14. Mai 2019

Fabrizio Plessi at Kunsthalle Recklinghausen 5. Mai–7. August 2016

14. Mai 2019

Fabrizio Plessi at Kunsthalle Recklinghausen 5. Mai–7. August 2016

14. Mai 2019

2016: Fabrizio Plessi at Kunsthalle Recklinghausen 5. Mai–7. August 2016

14. Mai 2019

Fabrizio Plessi at Kunsthalle Recklinghausen 5. Mai–7. August 2016

14. Mai 2019

Fabrizio Plessi »Memoria dell'aqua« Duesseldorf Photoweekend 2017

8. März 2017

Einzelausstellungen (Auswahl)

1962 Galleria Argentario, Trient, IT

Gruppenausstellungen (Auswahl)

1974 Städtische Galerie im Lenbachhaus, München, DE

AUSSTELLUNGEN BEI BECK & EGGELING (AUSWAHL)

Publikationen

Fabrizio Plessi. Utopia liquida

Fabrizio Plessi. Utopia liquida

  • Künstler: Fabrizio Plessi
    Herausgeber: Ute Eggeling, Michael Beck
    Text: David Galloway, Marco Meneguzzo
    Design: Beck & Eggeling (Antonia Eggeling)
  • Italienisch, Englisch, Deutsch
    Hardcover, 24 x 28 cm
    112 Seiten, 122 Abbildungen
  • Beck & Eggeling Kunstverlag, 2017
    ISBN 978-3-94606310-0
  • 28 €
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BE Highlights 2020

BE Highlights 2020

  • Künstler:innen: Magdalena Abakanowicz, Aljoscha, Herbert Beck, Gehard Demetz, Bertozzi & Casoni, Joachim Brohm, Marc Chagall, Heribert C. Ottersbach, Kwang Young Chun, Lucien Clergue, Piero Dorazio, Gerhard Hoehme, Anselm Kiefer, Ernst Ludwig Kirchner, Heinz Mack, August Macke, Fausto Melotti, Giorgio Morandi, Edvard Munch, Emil Nolde, Pablo Picasso, Fabrizio Plessi, Rudolf Polanszky, Chris Reinecke, Gerhard Richter, Norbert Tadeusz, Manolo Valdés
    Herausgeber: Michael Beck, Ute Eggeling
    Text: Aljoscha, Michael Beck, Jil Campisi, Ute Eggeling, Andrea Knop, Andrea Krause, Kirsten Nordahl, Katja Ott, Heribert C. Ottersbach, Sebastian Schemann, Miriam Walgate
    Design: Antonia Eggeling
  • Englisch, Deutsch
    Softcover, 25 x 21 cm
    120 Seiten, 92 Abbildungen
  • Beck & Eggeling Kunstverlag, 2020
    ISBN 978-3-94606324-7
  • 20 €
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