Matthias Schaller Leiermann

Prunkvolle Spiegel, in denen sich in Teilen das umgebene Interieur widerspiegelt, prägen das Bildsujet von Matthias Schallers fotografischer Serie »Leiermann«. Diese Spiegel haben ihre Glanzzeiten jedoch bereits lange hinter sich. Sie hängen noch heute in venezianischen Palazzi, haben eine abgenutzte Patina, Risse und Spuren des Verfalls.

Die Anwesenheit des Menschen sucht man auf diesen Fotografien vergeblich. Niemandes Spiegelbild ist zu sehen, und die Räume, in denen die Spiegel hängen, scheinen verlassen. Dies ist das Leitmotiv von Matthias Schallers künstlerischer Strategie und Poetik: die Abwesenheit des menschlichen Subjekts.
Der Bedeutung des Spiegels als Zeugnis des Verschwindens und der Erinnerung kommt hier eine besondere Rolle zu. In der Serie »Leiermann« spielt Matthias Schaller auf den Verfall Venedigs an, dessen Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert von Reichtum gekennzeichnet war und wo die Künste in höchstem Maße geschätzt und gefördert wurden. In dieser Zeit entstand eine Kultur, dessen Erbe für uns heute noch Relevanz hat, die aber mit der Gründung der Republik Italiens unter Napoleon ein Ende fand.

Der Titel der Serie ist Franz Schuberts Winterreise entnommen, genauer dem letzten Lied des Zyklus’ »Der Leiermann«. Die Interpretation von Schuberts Musik – Schmerz, Trauer und Verlust – hat Matthias Schaller hier ins Visuelle übertragen. Wer den »Leiermann« von Schubert kennt und die Melancholie dieses Liedes im Kopf hat, kann beim Betrachten der Fotografien, den Schmerz über den Verlust Venedigs nachempfinden. Der gespenstische und verfallene Charakter der Spiegel sowie die Abwesenheit des menschlichen Individuums erhöhen diesen Kanon.
Der Künstler, der selbst viele Jahren in Venedig gelebt hat und für den der Verlust der Kultur mit einem Verlust der Stadteinhergeht, spielt mit den beiden...

Die Anwesenheit des Menschen sucht man auf diesen Fotografien vergeblich. Niemandes Spiegelbild ist zu sehen, und die Räume, in denen die Spiegel hängen, scheinen verlassen. Dies ist das Leitmotiv von Matthias Schallers künstlerischer Strategie und Poetik: die Abwesenheit des menschlichen Subjekts.
Der Bedeutung des Spiegels als Zeugnis des Verschwindens und der Erinnerung kommt hier eine besondere Rolle zu. In der Serie »Leiermann« spielt Matthias Schaller auf den Verfall Venedigs an, dessen Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert von Reichtum gekennzeichnet war und wo die Künste in höchstem Maße geschätzt und gefördert wurden. In dieser Zeit entstand eine Kultur, dessen Erbe für uns heute noch Relevanz hat, die aber mit der Gründung der Republik Italiens unter Napoleon ein Ende fand.

Der Titel der Serie ist Franz Schuberts Winterreise entnommen, genauer dem letzten Lied des Zyklus’ »Der Leiermann«. Die Interpretation von Schuberts Musik – Schmerz, Trauer und Verlust – hat Matthias Schaller hier ins Visuelle übertragen. Wer den »Leiermann« von Schubert kennt und die Melancholie dieses Liedes im Kopf hat, kann beim Betrachten der Fotografien, den Schmerz über den Verlust Venedigs nachempfinden. Der gespenstische und verfallene Charakter der Spiegel sowie die Abwesenheit des menschlichen Individuums erhöhen diesen Kanon.
Der Künstler, der selbst viele Jahren in Venedig gelebt hat und für den der Verlust der Kultur mit einem Verlust der Stadt einhergeht, spielt mit den beiden Kunstgattungen und fängt die Nähe zueinander ein.

Zu der Serie »Leiermann« ist 2019 im eigenen Verlag des Künstlers Petrus Books ein Künstlerbuch mit einem Text von Mario Codognato erschienen, welches in der Galerie vorrätig ist.

Das NRW-Forum des Museum Kunstpalast in Düsseldorf zeigt prallel vom 11. Februar bis zum 22. Mai 2022 die Ausstellung »Porträt« mit einem breitgefächerten Überblick über Matthias Schallers Serien.
Neben der »Leiermann«-Serie zeigen wir in unserem Showroom auch ein Set aus der »Disportraits«-Serie von Matthias Schaller, die in Auszügen und großformatig auch im NRW-Forum des Kunstpalastes zu sehen sind.

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