Advent 19

Der Weg von solchen hintergründigen Bildern mit ihren nicht zu übersehenden Botschaften ist nicht weit zu Heribert C. Ottersbachs Tuschearbeit von 2012 mit dem Titel Totes Holz. Dieses Waldbild kann zerstörter nicht wirken. Bäume können, wenn sie sterben und abgestorben vor einem stehen, grauenhaft verunstaltet aussehen, oder – bei Eichen begegnet es häufig – zu wunderbaren Mahnmalen verwandelt werden. Otterbach geht ganz ihrer verheerenden Morphologie nach. Seine Deutung ist negativ und läßt Depression aufkommen. Der Wald ist am Ende, so wie es ihm Naturschützer prophezeien. Dass aber die Sorgen um die Zukunft des Waldes, dass die Bilanz in dieser Hinsicht auch anders kommentiert werden kann, mag mit den oben gegebenen statistischen Erhebungen in Erinnerung gerufen werden. Sie geben der Hoffnung Raum, die zusätzlich gestärkt wird durch den zunehmend vernünftigeren Umgang des Menschen mit der Natur.

Herwig Guratzsch: Baumansichten, in: Ein Baum ist ein Baum ist ein Baum, Beck & Eggeling, Düsseldorf 2015, S. 9

B&E_Adv2015_19 Ottersbach

Heribert C. Ottersbach, Totes Holz, Tusche auf Bütten / Ink on handmade paper, 2012, 74,2 x 54,7 cm